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„Unternehmen werden erheblich in ihre IT Sicherheit investieren müssen“

Es gibt kaum ein Unternehmen, das Cyberkriminelle nicht hacken können, wenn sie sich nur entsprechend anstrengen und Spezialisten darauf ansetzen, weiß Jörg Wälder, CEO des Cyberexperten COGITANDA. Im Interview mit Versicherungsbote erklärt er, welche Cyberrisiken in Zukunft auf deutsche Unternehmen zukommen, warum „Cyber“ noch immer häufig unterschätzt wird und wie sich Unternehmen besser vor Angriffen schützen können.



Foto: Elchinator/Pixabay


Jörg Wälder: Wir erleben eine starke Zunahme von Cyberkriminalität – sowohl bei der Durchschlagskraft der Angriffe als auch bei ihrem wirtschaftlichen Schaden. Dahinter steckt eine Mischung aus Staatsterrorismus und zivilen Kriminellen. Die Instrumente, die die Cyberkriminellen einsetzen, stammen häufig aus staatlicher Entwicklung, sind, wenn Sie so wollen, oft militärische Abfallprodukte. Das war schon vor Jahren so und hat sich bis heute kaum geändert. Mittlerweile laufen Cyberangriffe aber deutlich gezielter ab als in der Vergangenheit. Großunternehmen und Mittelständler werden sorgfältig ausgewählt und mit den individuell passenden Instrumenten angegriffen.

Wie hoch waren die Schadenssummen im vergangenen Jahr, wie dynamisch die Entwicklung?


Man muss unterscheiden zwischen dem, was von Kriminellen an Lösegeldern verlangt wird und dem, was ansonsten an wirtschaftlichem Schaden angerichtet wurde. Die erpressten Gelder sind nur in den spektakulären Fällen wirklich hoch, beispielsweise bei dem US-Pipeline-Betreiber Colonial Pipeline (4,4 Millionen Dollar, d. Red.). Bei üblichen Schäden sind das eher ein paar Hunderttausend Dollar. Doch das Lösegeld ist nicht das eigentliche Problem. Das Problem ist der Stillstand der Unternehmen. Wenn Hacker erst einmal eingedrungen sind und die Systeme verschlüsseln, haben die geschädigten Unternehmen keinen Zugriff mehr – nicht auf ihre Daten, nicht auf ihre Produktionssysteme, nicht auf ihre Abrechnungssysteme. Sie können schlicht keine Aufträge mehr abwickeln. Ob Unternehmen zahlen oder nicht: Ein erfolgreicher Angriff führt zu einer Unterbrechung des Betriebes, die dann einen in der Regel sehr großen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Schätzungen zufolge belief sich die Schadensumme 2020 durch Cyberkriminalität allein in Deutschland auf 223 Milliarden Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.


Ist das Bewusstsein für die Gefahr für Cyberkriminalität groß genug? Oder wird es noch immer unterschätzt in Deutschland, vor allem im Mittelstand?


Um das zu beurteilen, muss man die Historie betrachten: Die ersten, die sich damit ernsthaft auseinandergesetzt haben, waren die großen börsennotierten Unternehmen. Da waren es vor allem Aufsichtsräte, die bei ihren Managern das Bewusstsein für das Problem der Cyberkriminalität geschärft und auch auf entsprechende Versicherungen gedrängt haben. Denn es geht dabei auch um Haftungsrisiken der Vorstände – auch um die der Aufsichtsräte selbst übrigens. Und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass Großkonzerne in der Regel heute entsprechend versichert sind. Im Mittelstand steigt das Bewusstsein zwar, aber ich schätze, dass außerhalb der Blue Chips bisher nur etwa 10 Prozent der Unternehmen in Deutschland gegen Cyberrisiken versichert sind. Dabei fragen inzwischen auch erste Banken vor der Finanzierung schon danach.

Das Bewusstsein für die Risiken und das Interesse an entsprechenden Versicherungen steigt zwar. Das Thema ist aber zu komplex, als dass es ohne qualifizierte Beratung durch einen Kunden eingedeckt werden könnte. Sprich: Es läuft über die Makler. Und die Makler brauchen entsprechende Unterstützung bei dem Thema, eine gute Ausbildung und geeignete Instrumente. So lange Unsicherheit bezüglich des Produktes besteht, wird es ein Makler eher nicht anbieten. Daher haben wir eine Plattform gebaut, die unsere 3.500 angeschlossenen Makler beim Thema Cyber unterstützt. Dort ist der gesamte Prozess der Beratung elektronisch hinterlegt. Dazu kommen unsere Spezialisten vor Ort, die den Maklern helfen. Hilfe zur Selbsthilfe quasi, damit die Makler das Thema schnell selbst in den Griff bekommen.

Quelle: Versicherungsbote.de | von Björn Bergfeld


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